Weinrundbrief Juli 2022

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Liebe Weinliebhaberin, Lieber Weinliebhaber,
ein halbes Jahr ist es her seit dem letzten Weinrundbrief. Was gibt es zu berichten? Was ist für meine Leser und Leserinnen interessant? Was möchte man gerne lesen und wovor sollte man die Augen nicht verschließen?

13Reben ist größer geworden. Wir haben zwei Weinberge übernommen, die direkt an oder sogar zwischen unseren bisherigen Weinbergen liegen. Neu ist ein Weinberg mit Souvignier Gris – eine neue Sorte, die widerstandsfähiger gegen Pilze (= PIWI) ist. Gut 40 % meiner Reben sind jetzt PIWI-Reben. Neben diesem neuen Weinberg hatte ich schon 2011 Johanniter und ab 2017 Muscaris gepflanzt. Diese Rebsorten benötigen weniger natürliche Pflanzenschutzmittel, da sie resistenter gegen Pilzerkrankungen sind. Sie gelten deshalb als zukunftsweisend. Geschmacklich können sie mit den europäischen Edelreben sehr gut mithalten. So z.B. ist mein 21er Johanniter gekennzeichnet von purer Frische, einem unglaublichen kühlen Eindruck und mit Aromen, die an Eisbonbon, Kräuter und animierende, reife Zitrone erinnern. Der andere neue Weinberg liegt zwischen meinem Merlot und dem Riesling. Hier wachsen auch Merlot und Spätburgunder. Ein Viertel meiner Trauben sind jetzt rot. Ich werde jedes Jahr sowohl Rotwein als auch Rosé ausbauen können. 

Natürlich stellt mich die Erweiterung vor große Aufgaben. Es geht dabei um drei große Herausforderungen: gesunde Trauben zu erzeugen, den Wein auszubauen und ihn zu verkaufen.  Alle drei Faktoren sind wichtig, um das Weingut zu erhalten. 

Im Weinberg habe ich jetzt zusätzlich einen angestellten, tatkräftigen Helfer. Ohne ihn würde ich diesen Brief nicht schreiben können. Denn nach viel getaner Arbeit sieht es hoffnungsvoll aus im Weinberg. Die Trauben sind bis jetzt gesund, und die Reben stehen gut da. Die aktuellen Regenmengen haben zu etwas Entspannung beigetragen, aber die Trockenheit wurde und wird über die letzten Jahre problematischer. Mit angepasster Reb- und Bodenpflege lässt sich die Entwicklung der Reben beeinflussen und steuern. In diesem Zusammenhang ist es sehr positiv zu bewerten, dass es eine neue Wetterstation für den Weinbau in Schriesheim gibt. So liegen Daten für unsere Region vor und Prognosen können exakter getroffen werden. 

Der Übergang von der Rebe ins Fass stellt die nächste große Herausforderung dar. Für die diesjährige Ernte benötige ich doppelt so viele Helfer*innen und mehr Erntetage. Bei der Ernte ist es wie bei einem Umzug: Mit wenigen Kräften wird es zur Plackerei – mit vielen ist es ein Fest. Ich suche Helfer*innen in den ersten Septemberwochen. (Dieses Jahr wird es wieder eine frühe Lese geben.) Bitte meldet Euch zahlreich. Im nächsten Newsletter wird es mehr Infos zum Ablauf geben und einen Anmelde-Button.

Für den Weinausbau benötige ich Platz, an dem ausgelagerte Fässer stehen können. Mein Keller ist zu klein, und die Mengen sind im Hof nicht mehr zu handhaben. Hier kann ich wieder auf einen befreundeten Winzer zurückgreifen. Neue Fässer schlagen zu Buche.

Ist der Wein schließlich in der Flasche, muss er verkauft werden. Ohne Käufer macht auch alles keinen Sinn. Dann könnte ich die Weinberge wieder den Wildschweinen und Brombeeren überlassen. Oder Solaranlagen daraufstellen – das ist allerdings bei mir im Vogelschutzgebiet nicht möglich. Es wäre auch sehr schade um die Reben. Denn der Lössboden – vermengt mit Porphyr-Verwitterungen – gibt den Weinen Kraft und Struktur. Hier entstehen Weine, die mit industriellem Anbau gar nichts gemeinsam haben, sondern für sich stehen. Eine eigene Klasse von hoher Qualität. Diese Weine sind besonders, so wie z.B. mein 2018er Riesling: Beim ersten Riechen könnte man meinen, man steht in einem Kräutergarten. Unglaubliche Herbalität, Noten von Rosmarin und Salbei. Im Vordergrund steht dennoch grüner Apfel, gepaart mit den ersten Anklängen der Reife. Im Mund entfaltet sich der Wein und versprüht eine Aromatik von gelben Steinfrüchten.

Doch egal, was die anderen sagen: Der Wein ist gut, der mir schmeckt. Probieren geht über Studieren. Ein Probierpaket mit sechs Flaschen (Winzersekt, Rotwein-Cuvée, Rosé, Chardonnay, Riesling und Johanniter) kostet bei mir 55 €. 

So, nun sind Sie hoffentlich wieder gut informiert, was sich so alles tut bei und zwischen den 13 Reben. Es war und ist stets mein Anliegen, Sie über die Geschehnisse auf meinem kleinen Weingut auf dem Laufenden zu halten und Ihnen zu vermitteln: Das Gute und Wahre gibt’s, es ist nicht weit. Sie finden es beim kleinen Natur-Weingut 13 Reben. Probieren Sie es. 

Wir wünschen Ihnen / Euch einen wundervollen Sommer!

 

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